Fronleichnam 2014: „Mit Gott im Bunde“

Fronleichnam 2014: „Mit Gott im Bunde“

1. Altar: „Segen für die Erde und für den Schutz der Natur“

Segen über unsere Erde, über Land und Menschen!

Zu Fronleichnam machen wir uns auf, ziehen aus den Kirchenmauern hinaus in die Straßen und in die Natur, um Gott um seinen Segen zu bitten – für unsere Erde, für Land und Leute.

Sowohl die Erde als auch der Mensch bringen soviel Schönes und Wertvolles hervor, aber auch viel Zerstörerisches und Hässliches.

In der biblischen Sicht der Welt setzt Gott den Menschen zum Gestalter der Erde ein. Dies soll hier beim ersten Altar aufgezeigt werden. Weil aber schon bald einiges schief läuft, schließt Gott immer wieder einen Bund mit den Menschen. Wenn wir uns auf diese Verbindung mit Gott einlassen, wird er uns den Rücken stärken bei unseren Aufgaben. So wie Eltern ihrem Kind, wenn sie ihm zusprechen: „Mach nur! Unseren Segen hast du, und wir sind immer für dich da, auch wenn einmal etwas daneben geht!“

Die Herausforderungen, die das Leben in der heutigen Welt an uns stellt, scheinen uns Menschen immer mehr zu überfordern. Deshalb macht es Sinn, Gott um seinen Segen zu bitten und uns erneut in den Bund mit ihm zu stellen. An jedem Altar möchten wir dies tun.

Lesung aus dem Buch Genesis (Gen 1,1.26; 2,7a.15):
Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Dann sprach Gott: Lasst uns Menschen machen als unser Abbild. Da formte Gott, der Herr, den Menschen aus Erde vom Ackerboden und blies in seine Nase den Lebensatem. Dann nahm Gott, der Herr, den Menschen und setzte ihn in den Garten von Eden, damit er ihn bebaue und hüte.

Bitte:
Gott, unser Schöpfer, wir bitten dich um deinen Segen für unsere Erde und seine Bewohner, bewahre uns vor Katastrophen und Unwetter und hilf uns davon wegzukommen, die Natur auszubeuten und zu zerstören, hilf uns vielmehr, sie in deinem Sinne zu bebauen und zu behüten – für uns und zum Wohl der nachfolgenden Generationen.

Segenslied 

Segen:
Der Herr segne uns und behüte uns.
Der Herr lasse sein Angesicht über uns leuchten und sei uns gnädig.
Der Herr wende uns sein Antlitz zu und gebe uns Frieden.
Das schenke uns der menschenfreundliche Gott, der Vater und der Sohn und der Hl. Geist.           

Segenslied – Prozession geht weiter

 

2. Altar: „Segen für den Frieden“

Gott will Frieden, aber es scheitert an uns Menschen. Gott bietet im Zeichen des Regenbogens Noah seinen Frieden an. Der Regenbogen zählt zu den schönsten Naturerscheinungen und er entsteht, wo Sonne und Regen zugleich auftreten. Er bildet sozusagen eine „Friedens – Brücke“ zwischen Himmel und Erde, zwischen Schöpfer und Geschöpf, zwischen Mensch und Mitmensch, zwischen Natur und und Mensch. Er stellt mit seinen sieben Farben eine Ganzheitlichkeit da – im Miteinander aller Farben – im vielfältigen Einsatz für Frieden – ist der Mensch aufgerufen Ganzheit und Harmonie sichtbar zu machen.

Lesung aus dem Buch Genesis (Gen 9,8-13.17):
Dann sprach Gott zu Noach und seinen Söhnen, die bei ihm waren: Hiermit schließe ich meinen Bund mit euch und mit euren Nachkommen und mit allen Lebewesen bei euch, mit den Vögeln, dem Vieh und allen Tieren des Feldes, mit allen Tieren der Erde, die mit euch aus der Arche gekommen sind. Ich habe meinen Bund mit euch geschlossen: Nie wieder sollen alle Wesen aus Fleisch vom Wasser der Flut ausgerottet werden; nie wieder soll eine Flut kommen und die Erde verderben. Und Gott sprach: Das ist das Zeichen des Bundes, den ich stifte zwischen mir und euch und den lebendigen Wesen bei euch für alle kommenden Generationen: Meinen Bogen setze ich in die Wolken; er soll das Bundeszeichen sein zwischen mir und der Erde.
Und Gott sprach zu Noach: Das ist das Zeichen des Bundes, den ich zwischen mir und allen Wesen aus Fleisch auf der Erde geschlossen habe.

Bitte:
Gott, unser Schöpfer, wir bitten dich um Frieden. Bewahre uns vor Hass und Feindschaft unter den Menschen und Völkern. Lass uns immer wieder den Mut finden, uns für den Frieden einzusetzen, – durch verbindende Worte und Taten, – durch Teilen, – durch Abbau von Trennendem – und vor allem: durch Widerstehen der Gewalt. Schenke uns dazu Kraft und deinen Segen.

Segenslied

Segen:
Der Herr segne uns und behüte uns.
Der Herr lasse sein Angesicht über uns leuchten und sei uns gnädig.
Der Herr wende uns sein Antlitz zu und gebe uns Frieden.
Das schenke uns der menschenfreundliche Gott, der Vater und der Sohn und der Hl. Geist.

anschl. Segenslied – Prozession geht weiter

 

3. Altar: „Segen für ein gerechtes Zusammenleben aller Menschen“

Hier am 3. Altar wollen wir uns an das Bundesangebot Gottes an das Volk Israel in der Wüste am Berg Horeb erinnern. Nachdem die Hebräer aus dem Sklavenhaus Ägypten gemeinsam mit Moses geflohen sind, das Wunder am Schilfmeer erlebt hatten, schenkt Gott dem Volk Israel die 10 Weisungen. Dieses Angebot Gottes an das Volk soll ihnen helfen, die neu gewonnene Freiheit aufrecht zu erhalten und nach Gerechtigkeit zu streben.

Lesung aus dem Buch Deuteronomium (Dtn 5, 1-5a)
Mose rief ganz Israel zusammen. Er sagte zu ihnen: Höre, Israel, die Gesetze und Rechtsvorschriften, die ich euch heute vortrage. Ihr sollt sie lernen, auf sie achten und sie halten. Der Herr, unser Gott, hat am Horeb einen Bund mit uns geschlossen. Nicht mit unseren Vätern hat der Herr diesen Bund geschlossen, sondern mit uns, die wir heute hier stehen, mit uns allen, mit den Lebenden. Auge in Auge hat der Herr auf dem Berg mitten aus dem Feuer mit euch geredet. Ich stand damals zwischen dem Herrn und euch, um euch das Wort des Herrn weiterzugeben.

Bitte:
Dein Bund ist heilig. Auf dich dürfen wir bauen,
denn du willst uns befreien aus der Sklaverei des Bösen.
Deshalb bitten wir dich um deinen Geist,
damit wir nie aufhören überall dort auf zu stehen,
wo Unrecht passiert und wo Menschen in Unfreiheit leben müssen.
Stärke uns im Einsatz für Gerechtigkeit,
damit alle Menschen weltweit in menschenwürdigen Bedingungen leben können.

Segenslied

Segen:
Du uns befreiender Gott,
schenke uns Hände, die tatkräftig an einem solidarischen Miteinander arbeiten.
Schenke uns ein Herz, das für die Nöte und Sorgen der Menschen empfänglich ist.
Schenke uns eine prophetische Stimme für den Aufbau einer gerechten Welt in deinem Sinne,
wo Menschen nicht nach gewissen Kriterien beurteilt,
sondern als Abbild Gottes gesehen und respektiert werden.
Dazu schenke uns Gott seinen Segen.

anschl. Segenslied – Prozession geht weiter

 

4. Altar: „Segen für die Gemeinschaft der Kirche“

Im 1. Brief an die Korinther ermahnt Paulus die Gemeinde, von aufkommendem Hochmut und Eigensinn und vor sich verbreitender Selbstsucht wieder abzugehen. Er warnt davor, dass die Gemeinschaft dadurch zerfällt und sich die Anzeichen entstehender Spaltungen verstärken werden. So erinnert er die Gemeinde an das Letzte Abendmahl, mit welchem Gott in Jesus einen Neuen Bund mit den Menschen gestiftet hat:

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Korinther (1 Kor 11,23-26):
Denn ich habe vom Herrn empfangen, was ich euch dann überliefert habe: Jesus, der Herr, nahm in der Nacht, in der er ausgeliefert wurde, Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und sagte: Das ist mein Leib für euch. Tut dies zu meinem Gedächtnis! Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sprach: Dieser Kelch ist der NEUE BUND in meinem Blut. Tut dies, sooft ihr daraus trinkt zu meinem Gedächtnis!

Wort des vereinenden Gottes

Gott schließt also diesen Neuen Bund mit den Menschen, er stiftet Gemeinschaft: – durch die Mahlfeier, durch das Brot brechen, durch die Kommunion werden wir eins mit Christus und zu einer Einheit untereinander, aber – so verstehe ich zumindest diese Schriftstelle – wir sind auch aufgerufen, als christliche Kirche die Gemeinschaft mit allen Menschen auf unserer Erde zu suchen und einzugehen, indem man Andersgläubige, Andersdenkende versucht zu verstehen, diese letztlich akzeptiert und respektiert und ständig daran arbeitet, das Verbindende vor das Trennende zu stellen.

Bitte:
Verbindender und vereinender Gott,
wir bitten dich um eine Kirche,
die deine Botschaft des Friedens erkennt
und den Gemeinschaft stiftenden Bund mit dir und allen Menschen,
gleichgültig welcher Religion und Herkunft sie angehören, eingeht.

Segenslied

Segen:

Der Herr segne uns und behüte uns.
Der Herr lasse sein Angesicht über uns leuchten und sei uns gnädig.
Der Herr wende uns sein Antlitz zu und gebe uns Frieden.
Das schenke uns der menschenfreundliche Gott, der Vater und der Sohn und der Hl. Geist.

anschl. Segenslied – Prozession geht weiter bis zur Kirche

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