5. Fastensonntag: Gesund lebt, wer im Frieden mit sich selbst lebt

Fastenzeit 2017:
„Gesund lebt, wer Freude hat an der Weisung des Herrn.“
Mensch, wo bist du? Gott, wo bist du?

Jeden Sonntag hören wir eine Weisung, die uns gut tut, die uns gesund machen kann.

5. Fastensonntag:
„Gesund lebt, wer im Frieden mit sich selbst lebt und diese Zufriedenheit von Herz zu Herz weiter trägt.

 Einleitung:

Glücklich die Menschen, die Frieden ausstrahlen und so Frieden stiften, denn sie werden Söhne und Töchter Gottes genannt werden.

Wer Gott und seiner Fürsorge vertraut, ist genügsam, zufrieden, hat Frieden im Herzen.

Zufriedene Menschen nehmen nichts als selbstverständlich, können sich an den kleinen Dingen des Lebens erfreuen und finden offene Worte der Nähe für einander und schlagen Brücken nicht nur zu den Gleichgesinnten.

Ihre Zufriedenheit ist ansteckend, eine Bewegung von Herz zu Herz.

Gottes Friede und Nähe wird in ihrem Leben sichtbar.

Glückliche, zufriedene Menschen machen ernst mit unserem heutigen Lesungstext:

„ Ihr vom Hause Jakob, kommt, wir wollen unsere Wege gehen im Licht des Herrn.“

Fasten, unterwegs sein auf dem Weg zum größten Fest der Christen: zur Auferstehung als Hoffnung des Menschen.

Die Fragen „Mensch, wo bist du?“ und Gott, wo bist du?“ führen zu einer Antwort, zur Erfüllung bei Gott.

 

Lesung: Jes 2, 1-5

Das Wort, das Jesaja, der Sohn des Amoz, in einer Vision über Juda und Jerusalem gehört hat.
Am Ende der Tage wird es geschehen: Der Berg mit dem Haus des Herrn / steht fest gegründet als höchster der Berge; er überragt alle Hügel. / Zu ihm strömen alle Völker.
Viele Nationen machen sich auf den Weg. /Sie sagen: Kommt, wir ziehen hinauf zum Berg des Herrn / und zum Haus des Gottes Jakobs. Er zeige uns seine Wege, / auf seinen Pfaden wollen wir gehen. Denn von Zion kommt die Weisung des Herrn, / aus Jerusalem sein Wort.
Er spricht Recht im Streit der Völker, /er weist viele Nationen zurecht. Dann schmieden sie Pflugscharen aus ihren Schwertern / und Winzermesser aus ihren Lanzen. Man zieht nicht mehr das Schwert, Volk gegen Volk, / und übt nicht mehr für den Krieg.
Ihr vom Haus Jakob, kommt, / wir wollen unsere Wege gehen im Licht des Herrn

 

Evangelium: Mt 6, 19 – 24 (ökumenische Jugendbibel)

„Sammelt keine Schätze und Reichtümer materieller Art, die Motte, Wurm und Rost zerstören und die ein Dieb euch stehlen kann.
Was von solchen Schätzen kann man denn mitnehmen am Ende seines Lebens?

Es gibt aber auch Schätze anderer Art, die man sammeln kann – heute für das Reich Gottes. Eins muss euch klar sein: Wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.

Wenn dir das Geld das wichtigste ist, dann wirst du ewig am Geld hängen und nie zufrieden sein.

Das Ziel deines Lebens, dein „Schatz“, für den du arbeitest und du dich abmühst, hat immer auch dein Herz gepackt.
Wenn du merkst, dass dein Herz eigentlich etwas Anderes will, dann entscheide dich für dein Herz – und lass den Schatz fahren. Du kannst nicht reich, mächtig und geachtet sein und gleichzeitig für den Menschen da sein wollen.

Niemand kann gleichzeitig zwei Herren dienen:
Er wird entweder den einen hassen und den anderen lieben oder zu dem einen halten und den anderen verachten. Entweder ihr dient Gott oder ihr dient dem Götzen Geld – beiden gleichzeitig dienen, das geht nicht!

Vielleicht wird es euch klar: Das Auge gibt dem Körper Licht.
Wenn dein Auge gesund ist und sehen kann, dann wird es in deinem ganzen Körper hell.

Wenn sich aber vor dein Auge ein Geldstück geschoben hat, dann wird dein Auge nichts mehr sehen, als wäre es krank, und dein Körper wird dunkel sein, eine einzige Finsternis.

 

Predigt von Pfarrer Dietmar D. Stipsits

Liebe ChristInnen!

Im Frieden mit mir selbst sein. Wie kann mir das gelingen? Ich glaube, dazu ist es notwendig, dass ich immer wieder bei mir einkehre. Dabei werde ich entdecken, dass ich mir damit was Gutes tue. Ja, ich bin überzeugt davon, dass ich mir wirklich was Gutes tue, wenn ich in Berührung bin mit mir, wenn ich mich immer wieder auf mich selber konzentriere, ganz bei mir bin, dabei in Berührung bin mit meinen Gefühlen und Empfindungen, mit dem, was mich gerade beschäftigt, mit meinem Innersten.

Karl Valentin hat das in einem seiner bekannten Sprüche gut formuliert, was ich meine, er sagte: „Heute besuch‘ ich mich. Hoffentlich bin ich zu Hause.“ Um „bei mir zu Hause zu sein“, um ein zu-fried-ener Mensch zu sein, ist es einfach hilfreich, wenn ich mir regelmäßig Zeit für mich nehme, Zeiten der Stille, des Sich-Zurückziehens, der Ruhe, des In-Sich-Gehens. Am Beginn oder am Ende des Tages sind besondere Zeiten, wo ich persönlich mir diese Zeit gönne.

In dieser Zeit der Stille horche ich in mich hinein, verweile bei mir und komme so mit mir selber in Kontakt. Ich versuche dabei herauszufinden, was mich momentan beschäftigt. Spüre ich Freude oder Frust in mir, Trauer oder Ärger, Dankbarkeit oder Antriebslosigkeit…? Und diese regelmäßige Zeit der Stille hilft mir dabei, dass ich mit meinem Innersten in Berührung bin, mit ihm auch vertraut werde.

Für mich ist diese Zeit immer auch eine Chance, mich von dem zu befreien, was mich von außen bestimmt, oft so sehr, dass ich gar nicht mehr ich selber bin. Da tut es mir dann wirklich gut, wenn ich auf mein Innerstes höre, zur Ruhe komme und nachspüre, was ich wirklich sein möchte, was mir selber guttut, was mich aufbaut, was ich jetzt gerade brauche.

Im Frieden mit mir selbst sein, das vergleiche ich gerne mit einem Kuss. Wer jemals erfahren hat, wie wohltuend ein Kuss sein kann – und ich hoffe es sind alle, die das (immer wieder) erfahren haben -, die/der wissen, wie sehr ein solcher Kuss mich als ganzer Mensch nährt, mich aufblühen lässt. Gesund lebt, wer im Frieden mit sich selbst lebt, wenn ich also alles, was ich bin und in mir ist, küsse. Diesen Frieden werde ich dann auch ausstrahlen an andere – jeden Tag aufs Neue und bis in Ewigkeit.

 

Fürbitten:

Lass uns beten zu Jesus Christus, der von den Toten auferstanden ist und auch uns neues Leben schenkt:

  1. Für die Völker der Erde: dass sie miteinander das Gespräch und den Austausch suchen und so Frieden schaffen. Christus, höre uns.

A: Christus, erhöre uns.

  1. Für alle Rat- und Mutlosen: Lass sie Menschen finden, die sie wieder aufrichten.
  1. Für die jungen Menschen: Gib ihnen ein Gespür für das, was heute notwendig ist und den Mut, sich dafür einzusetzen.
  1. Für unsere Gemeinde: Dass wir bei der Feier des Brotbrechens eine Stärkung für unseren Glauben erfahren.

Denn du, guter Gott, hast uns Jesus geschenkt als Zeichen der Hoffnung und Botschafter der Liebe. Dafür sei dir Lob und Preis, jetzt und in Ewigkeit. Amen

 

Meditation:

Der Mensch fragt, Gott fragt

„Wo bist du, o Gott?“
Jenseits
der Geplagten?
Unter uns?
Über uns?
Wo bist du, o Gott?
Warum verbirgst du dich?“

Wo bist du, o Mensch?
In dir?
Außer dir?
Unter den Menschen?
Wo bist du , o Mensch!
Warum verleugnest du dich selbst?
Ich sehe Masken, Apparate?
Worin versteckst du dich?“

„Was denkst du über mich, o Gott?“
„Was denkst du über mich, o Mensch?“

Martin Gutl

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