Wie Ijob betet

Eine andere Person im Alten Testament vermittelt mir etwas Wichtiges für mein gelebtes Christsein: Ijob, aus dem gleichnamigen Buch. Wer ist er? Ijob war reich. Hatte Besitz, Herden, eine große Familie und eine stählerne Gesundheit. Dann wurde ihm all sein Besitz genommen, seine zehn Kinder starben und zu guter Letzt war auch seine eigene Gesundheit dahin. Er saß mit Wunden und Geschwüren bedeckt auf einem Aschehaufen und fragte sich ganz einfach: „Warum? Warum muss ich soviel Leid aushalten?“

 

Die ewige Frage nach dem „Warum?“ – Warum ist es so? Warum kann Gott dies zulassen? Warum muss mir so etwas passieren? Und ich frage mich dabei: Wer sagt, dass ich diese Frage runterschlucken muss? Wer sagt, dass ich Leid und Schmerz in Stille und Demut zu ertragen habe, anstatt meinen Schmerz herauszuschreien?

 

Gebet bedeutet für mich, dass ich meine Enttäuschung, meine Wut, meinen Ärger, meinen Schmerz ausdrücke, ihn hinausschreien darf ohne Rücksicht auf andere, ohne Rücksicht auf Gott, von dem ich die Frage „Warum?“ beantwortet haben möchte. Gebet muss für mich immer ehrlich, authentisch sein.

 

Und hier zum Nachhören.

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