Warum, Gott?

Die Geschichte von Ijob im gleichnamigen Buch des Alten Testaments vermittelt mir: Ich brauche mich vor Gott nicht verstellen. So nachdrücklich, wie es Ijob getan hat, darf auch ich Gott mit der anklagenden Frage nach dem „Warum“ konfrontieren.

 

Das ist für mich Gebet in seiner intensivsten und menschlichsten Form, weil es Gott mitten hineinnimmt in meine Not, in meine totale Depression, in meine absolute Ohnmacht. Was für seine Freunde Frevel und Gotteslästerung ist, wird für Ijob zur Rettung. Sein Schicksal verändert sich, weil er fragt, weil er klagt, weil er anklagt und sich nicht einfach in sein Schicksal ergibt.

 

So wie Ijob beten zu können, das wünsche ich mir immer wieder, weil ich mich selber mit meinen Grenzen, mit meiner Angst und meinem Leid ernst nehme, und weil ich damit auch Gott einen Zugang zu mir ermögliche, weil ich damit Gott Raum gebe dort, wo ich ihn am wenigsten verstehe und doch am nötigsten brauche. Und die ewige Frage nach dem „Warum?“ beantwortet mir Gott mit der Zusicherung: „Ich bin da!“

 

Und hier zum Nachhören.

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