Fronleichnam 2024: Unser tägliches Brot gib uns heute.

Fronleichnam 2024
Bad Tatzmannsdorf: „Unser tägliches Brot gib uns heute“

 Zu Beginn: Choral der Blasmusik.

  1. Liturgische Eröffnung
  2. „Unser tägliches Brot gib uns heute“-Thema kurz nennen und Liedruf üben: GL 921/1
  3. Geschichte des Elija: 1 Kön 19,2-8 (Werner)

Lesung aus dem 1. Buch der Könige

2 Da schickte Isebel einen Boten zu Elija und ließ ihm sagen: Die Götter sollen mir dies und das antun, wenn ich morgen um diese Zeit dein Leben nicht dem Leben eines jeden von ihnen gleichmache.
3 Elija geriet in Angst, machte sich auf und ging weg, um sein Leben zu retten. Er kam nach Beerscheba in Juda und ließ dort seinen Diener zurück.
4 Er selbst ging eine Tagereise weit in die Wüste hinein. Dort setzte er sich unter einen Ginsterstrauch und wünschte sich den Tod. Er sagte: Nun ist es genug, HERR. Nimm mein Leben; denn ich bin nicht besser als meine Väter.
5 Dann legte er sich unter den Ginsterstrauch und schlief ein. Doch ein Engel rührte ihn an und sprach: Steh auf und iss!
6 Als er um sich blickte, sah er neben seinem Kopf Brot, das in glühender Asche gebacken war, und einen Krug mit Wasser. Er aß und trank und legte sich wieder hin.
7 Doch der Engel des HERRN kam zum zweiten Mal, rührte ihn an und sprach: Steh auf und iss! Sonst ist der Weg zu weit für dich.
8 Da stand er auf, aß und trank und wanderte, durch diese Speise gestärkt, vierzig Tage und vierzig Nächte bis zum Gottesberg Horeb.

Wort der Heiligen Schrift.

Dem lebensüberdrüssigen und todunglücklichen Elija wird Brot und Wasser geschenkt, zweimal sogar, und er bekommt dadurch die Kraft, 40 Tage lang zum Gottesberg, zum Horeb zu gehen, wo er dann Gott begegnet. Gott möchte auch mir mein „täglich Brot“ schenken und sein. Darüber wollen wir uns nun in einer kleinen Prozession an 4 Stellen hier am Joseph-Haydn-Platz Gedanken machen.

An 4 Stellen am Hauptplatz wird mit der Monstranz Halt gemacht (Kurkonditorei, Cafe Krone, Seite Haus Nika, zuletzt zurück auf die Bühne/Altar). Begleitung dieser kleinen Prozession durch die Lektor*innen und Kinder mit Petra (Leute sollen auf ihrem Platz bleiben). Kinder streuen, während wir von einem Halt zum nächsten gehen.

  1. Halt (Seite Kurkonditorei):

Blasmusik: Choral
Peter:
Wir bringen unser Allerheiligstes in die Welt und in das Leben von Menschen, ohne zu wissen, wie es da wirkt. Es kann eine Provokation sein, eine Anregung, eine Nahrung, die der menschliche Leib und die Gesellschaft braucht.
Unser Allerheiligstes ist aus dem Teilen von Brot und Leben entstanden, und beim gemeinsamen Essen. Teilen wirkt – Wunder. Daraus hat sich diese Tradition herausgebildet, eine Scheibe weißes Brot in einem Strahlenkranz herzuzeigen und herumzutragen.

Liedruf: GL 921/1 mit Segen beim 2. Mal.

  1. Halt (Seite Cafe Krone):

Blasmusik: Choral
Clemens:
Für mich ist das zu viel.
Ich zweifle und sehe kritisch auf die Vorgänge des Lebens, das fragile Zusammenspiel der Menschen. Manches kommt mir scheinheilig, vorgetäuscht und oberflächlich vor, vielleicht um Eindruck zu gewinnen.
Manchmal würde ich gerne glauben können. Ich ertappe mich dabei, dass ich Menschen beneide, die sich diesem religiösen Spiel hingeben können. Die in die Kirche gehen, eine Kerze anzünden und beten können.
Das Heilige bleibt mir fremd. Ich bin skeptisch. Staunend schaue ich auf jene, denen diese Rituale im Leben helfen und sie erfüllen.

 Liedruf: GL 921/1 mit Segen beim 2. Mal

  1. Halt (Seite Haus Nika):

Blasmusik: Choral
Doris:
Man kann Gottes Gegenwart im Alltäglichen erleben.
Ähnlich wie bei Kindern auf dem Spielplatz. Sie spielen die längste Zeit in sich versunken. Ab und zu schauen sie kurz auf. Sie vergewissern sich, ob Mama oder Papa noch da sind. Ein kurzer Blick macht sie sicher.

Liedruf: GL 921/1

  1. Halt (Bühne/Altar):

Blasmusik: Choral
Petra:
Ich bin verzweifelt. Niemand kann mir helfen. Ich finde keinen Halt. Es ist genug.
Ich werde aufgeweckt und da steht Brot und Wasser.
Nach dem Essen und Trinken lege ich mich hin – mir ist zum Sterben.
Da werde ich nochmals geweckt. Das gleiche Spiel. Und jemand spricht mich an.
Ich weiß nicht, wie lange ich geschlafen habe und was bewirkt hat, dass ich aufstehe und gehe … zu dem Ort, an dem ich das Geheimnis des Lebens erhoffe.

Liedruf: GL 921/1

Prozession rauf zur Kirche. Am Ende der Kommunion als Meditation: Brot-Litanei von Peter.

„Unser tägliches Brot gib uns heute …“
(eine Litanei)

Dass ich etwas zu essen und zu trinken habe …
ist mein tägliches Brot

Dass ich frisches Wasser zum Waschen habe …
Dass ich ein Dach über dem Kopf habe …
Dass ich etwas Passendes zum Anziehen habe …
Dass ich mir etwas besorgen und einkaufen kann …
Dass ich eine Beschäftigung habe …
Dass ich in Sicherheit wohnen kann …
Dass ich in Freiheit und im Frieden leben kann …
Dass ich über Zeitung, Radio, Fernsehen und Internet mit der Welt in Verbindung sein kann …
Dass ich mit jemandem telefonieren kann …
Dass ich mir Gedanken machen und Entscheidungen treffen kann …
Dass ich mit  Familie und Freunde habe …
Dass ich jemandem vertrauen kann …
Dass sich jemand um mich kümmert …
Dass ich in der Natur, im Garten sein kann …
Dass ich Bewegung machen kann …
Dass  ich lesen, spielen, Musik hören kann …
Dass ich einem Hobby nachgehen kann …
Dass ich ausruhen, schlafen und mich erholen kann …
Dass ich glauben kann und hoffen darf …
Dass ich geliebt werde …
ist mein tägliches Brot

peter hanel

Danach: GL 380.

Dann Schlussgebet:

Lasst uns beten. – Wie ein Stück Brot brauche ich dich, guter Gott. Du bist der, der für mich da sein will: deine Nähe (gibt mir Sicherheit, Hoffnung), das Gespräch mit dir (lässt mich ruhig werden/tut mir gut). Du stärkst uns mit deinem Brot, du lässt uns vertrauensvoll (mit allen Sinnen) dein Für-uns-Dasein erleben: bedingungslos und immer wieder bis in Ewigkeit. (verfasst von Gerlinde Hochwarter)

Abschluss mit eucharistischem Segen.

(Erarbeitet vom Arbeitskreis „Liturgie“ unserer Pfarrgemeinde. Den Meditationstext bei den 4 Stationen hat Clemens Schermann verfasst. Die „Brot-Litanei“ am Ende der Kommunion stammt von Mag. Peter Hanel).