4. Sonntag der Osterzeit

Wort-Gottes-Feier
4. Sonntag der Osterzeit A

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Vorbereitung: Suchen Sie sich einen ruhigen Ort, an dem Sie sich, an dem sich die Gemeinschaft Ihrer Hauskirche wohlfühlt. Eine brennende Kerze, ein Kreuz und/oder die Bibel als Gottes Wort können besonders sichtbar machen, was uns Jesus zugesagt hat: Dass er überall bei uns ist, auch in der kleinsten Gemeinschaft. Vielleicht haben sie ja auch Schäfchen und/oder ein Bild vom guten Hirten zu Hause, die gut zu diesem Sonntag passen würden.

Kreuzzeichen

Beginnen wir diese Feier im Namen des Vaters, und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

 

Einleitung

Heute hören wir im Psalm und im Evangelium von dem guten Hirten, der sich um seine Schafe kümmert. Den Schafen ist die Stimme ihres Hirten so vertraut, dass sie ihr überall hin folgen. Dazu müssen sie die Stimme ihres Hirten gut kennen und von anderen Stimmen unterscheiden können. Wie ein guter Hirte möchte sich auch Gott um uns kümmern. Damit wir seine Stimme unter den vielen Stimmen und Geräuschen des Lebens erkennen können, müssen wir sie immer besser kennenlernen. Dass uns dies gelingt, dazu möchte uns diese heutige Feier weiterhelfen.

 

Kyrie

Herr, mit deinem Wort möchtest du unser Herz berühren.
Kyrie eleison

Herr, du lässt uns erleben, wie Gott sich als Hirte um uns sorgt.
Christe eleison

Herr, du bist die Tür zum ewigen Leben.
Kyrie eleison

 

Vergebungsbitte

Gott, der uns trotz aller unserer Nachlässigkeiten und Bequemlichkeiten, trotz aller unserer Fehler und Sünden liebt, vergibt uns unsere Schuld, damit wir uns neu mit ihm auf den Weg machen zum Leben in Ewigkeit.

 

Gloria

GL 167

 

Tagesgebet

Lasset uns beten: Liebender Gott, mit unterschiedlichsten Bildern hast du in deinem Sohn zu uns gesprochen um uns verstehen zu helfen, wie nahe du uns sein möchtest. Wir dürfen uns von dir immer begleitet und umsorgt wissen. Bestärke uns in dieser Feier im Vertrauen auf dein Wort, das es stets gut mit uns meint. Darum bitten wir dich durch deinen Sohn Jesus Christus. Amen

 

Lesung

(Apg 2,14a.36-41)

In der folgenden Lesung aus der Apostelgeschichte hören wir von der Pfingstpredigt des Petrus. Er verkündet Tod und Auferstehung Jesu – eine Botschaft, die betroffen macht und heute wie damals eine Antwort von uns fordert.

Lesung aus der Apostelgeschichte.

Am Pfingsttag trat Petrus auf, zusammen mit den Elf; er erhob seine Stimme und begann zu reden: Mit Gewissheit erkenne das ganze Haus Israel: Gott hat ihn zum Herrn und Christus gemacht, diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt. Als sie das hörten, traf es sie mitten ins Herz und sie sagten zu Petrus und den übrigen Aposteln: Was sollen wir tun, Brüder? Petrus antwortete ihnen: Kehrt um und jeder von euch lasse sich auf den Namen Jesu Christi taufen zur Vergebung eurer Sünden; dann werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen. Denn euch und euren Kindern gilt die Verheißung und all denen in der Ferne, die der Herr, unser Gott, herbeirufen wird. Mit noch vielen anderen Worten beschwor und ermahnte er sie: Lasst euch retten aus diesem verdorbenen Geschlecht! Die nun, die sein Wort annahmen, ließen sich taufen. An diesem Tag wurden ihrer Gemeinschaft etwa dreitausend Menschen hinzugefügt.

Wort der Heiligen Schrift

 

Antwortpsalm

Kv Der Herr ist mein Hirt, nichts wird mir fehlen. Kv

Der Herr ist mein Hirt, nichts wird mir fehlen. /
Er lässt mich lagern auf grünen Auen *
und führt mich zum Ruheplatz am Wasser.
Meine Lebenskraft bringt er zurück. *
Er führt mich auf Pfaden der Gerechtigkeit, getreu seinem Namen. – (Kv)

Auch wenn ich gehe im finsteren Tal, *
ich fürchte kein Unheil;
denn du bist bei mir, *
dein Stock und dein Stab, sie trösten mich. – (Kv)

Du deckst mir den Tisch *
vor den Augen meiner Feinde.
Du hast mein Haupt mit Öl gesalbt, *
übervoll ist mein Becher. – (Kv)

Ja, Güte und Huld *
werden mir folgen mein Leben lang
und heimkehren werde ich ins Haus des Herrn *
für lange Zeiten. – Kv

oder alternativ: “Du bist bei mir” (Youtube)

 

Halleluja

V Halleluja, Halleluja (GL 174,6)

V So spricht der Herr:
Ich bin der gute Hirt;
ich kenne die Meinen und die Meinen kennen mich.

V Halleluja

 

Evangelium
(Joh 10,1-10)

V Der Herr sei mit euch
A Und mit deinem Geist
V Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes
A Ehre sei dir, o Herr

In jener Zeit sprach Jesus: Amen, amen, ich sage euch: Wer in den Schafstall nicht durch die Tür hineingeht, sondern anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber. Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirt der Schafe. Ihm öffnet der Türhüter und die Schafe hören auf seine Stimme; er ruft die Schafe, die ihm gehören, einzeln beim Namen und führt sie hinaus. Wenn er alle seine Schafe hinausgetrieben hat, geht er ihnen voraus und die Schafe folgen ihm; denn sie kennen seine Stimme. Einem Fremden aber werden sie nicht folgen, sondern sie werden vor ihm fliehen, weil sie die Stimme der Fremden nicht kennen. Dieses Gleichnis erzählte ihnen Jesus; aber sie verstanden nicht den Sinn dessen, was er ihnen gesagt hatte. Weiter sagte Jesus zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen. Alle, die vor mir kamen, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe haben nicht auf sie gehört. Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden. Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.

V Frohe Botschaft unseres Herrn Jesus Christus
A Lob sei dir, Christus

 

Predigt von Pfarrer Dietmar Stipsits

Liebe ChristInnen!

„Vor verschlossenen Türen stehen“, diese Erfahrung haben wir in den vergangenen Wochen immer wieder erlebt aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung von Covid-19. „Vor verschlossenen Türen stehen“ ist aber ebenso für mich eine Lebenserfahrung, und damit meine ich nicht nur den Weg zu einer Behörde, wo ich was Wichtiges zu erledigen habe, aber der Schalter doch schon geschlossen ist.

„Vor verschlossenen Türen stehen“, damit meine ich vor allem auch die Erfahrung, die ich als Seelsorger manchmal mache, dass ein Mensch plötzlich nicht mehr mit mir reden möchte, weil ich z. B. seinem Wunsch nicht nachkommen konnte. Oder vielleicht deshalb, weil ich einen ziemlich argen Streit mit ihm hatte, oder ein zutiefst verletzendes Wort von mir gefallen ist. Welcher Grund auch immer es war, jetzt ist die Tür zur anderen/zum anderen zu. Die Erfahrung, „vor verschlossenen Türen zu stehen“, macht mich mitunter wütend, verzweifelt, manchmal auch ziemlich ratlos.

Ja, eine Tür kann zu einer Grenze werden. Man kann sie zwar öffnen, aber trotzdem bleibt sie eine Grenze, die „drinnen“ und „draußen“ trennt, „privat“ und „öffentlich“, „heilig“ und „profan“. Meistens muss ich an einer Tür klingeln oder anklopfen, um hineingehen zu können, oder sogar warten, bis mich die Ärztin aufruft, damit ich eintreten kann in den Ordinationsraum.

„Ich bin die Tür“, sagt Jesus im heutigen Evangelium (Joh 10,9). Er ist also auch so eine Art Grenze, sozusagen zwischen Himmel und Erde, zwischen Gott und den Menschen. Und diese Tür ist nie verschlossen. Jesus lässt mich nicht vor verschlossener Tür warten, er versperrt mir diese Tür auch nicht, nein, diese Tür ist stets für mich offen. Ich werde jederzeit Willkommen geheißen von Jesus, er lässt mich hinein- und hinausgehen, und er lässt mich „Weide finden“ (Joh 10,9), Jesus lässt mich all das finden, was ich fürs Leben brauche. Interessant dabei, dass Jesus hier nicht nur vom „Notwendigen“ spricht, das ich zum Leben brauche, sondern von der „Überfülle“. 

Ja, im Alltag passiert es mir immer wieder, dass ich tatsächlich oder im übertragenen Sinn vor „verschlossenen Türen“ stehe. — Gott knallt mir nie die Tür zu, bei Gott ist die Tür stets offen. Ich brauch nur durchzugehen und werde so all das geschenkt bekommen, was mein Leben, was mich reicht macht, was mir gut tut, was mir hilft mein Leben „erfüllt“ (vgl. Joh 10,10) zu gestalten heute und bis in Ewigkeit.

 

Glaubensbekenntnis

 

Fürbitten

Liebender Gott, du lädst uns ein, Teil deiner Herde zu sein und immer voller Vertrauen mit all dem zu dir zu kommen, was uns gerade bewegt. Wir möchten dich nun bitten:

-Wir bitten dich für die Schafe deiner Herde, die gerade in gefährlichem, unwegsamem Gelände unterwegs sind, weil sie Krieg, Hunger und andere Nöte erleben müssen. Führe du sie sicher durch diese Zeit. Wir bitten dich, erhöre uns.

-Wir bitten dich für die Schafe deiner Herde, die momentan besonders viel Kraft und Stärke benötigen, weil eine Krankheit sie schwächt. Schenke du ihnen all die Zuwendung und Kraft, die sie zur Genesung benötigen. Wir bitten dich, erhöre uns.

-Wir bitten dich für uns Schafe als Gemeinschaft, als Herde: Lass uns gerade in dieser schwierigen Situation, die wir momentan erleben und die uns immer wieder mit ungeahnten Herausforderungen konfrontiert, erleben, wie sehr du dich um uns sorgst. Wir bitten dich, erhöre uns.

-Wir bitten dich für uns als Herde deiner Kirche: Hilf uns mit Kreativität und Sorgsamkeit selbst auch unter immer neuen Rahmenbedingungen Wege zu finden, dein Wort zu leben und weiterzuverkünden. Wir bitten dich, erhöre uns.

-Wir bitten dich für all die Schafe, von denen wir uns in diesem Leben bereits verabschieden mussten. Lass es ihnen in deiner himmlischen Herde an nichts fehlen. Wir bitten dich, erhöre uns.

Barmherziger Gott, wie Schafe ihrem Hirten dürfen wir dir vertrauen. Dafür danken wir dir durch deinen Sohn, Jesus Christus, die Tür zu dir. Amen

 

Vater Unser

 

Lied

„Meine Seele ist stille in dir“ (GL 892) (Youtube-Link)

 

Meditation

Das Versprechen – eine Einladung

Ich gehe mit dir, kein Weg ist mir zu gefährlich. Egal, welches Tempo du wählst, halte ich mit dir Schritt. Bist du hungrig, durstig oder müde, kannst du dich auf mich verlassen. Denn ich kenne die Orte, wo du Nahrung und Erholung findest. Selbst wenn dein Leben noch so gefährdet erscheint, sorge ich für dich. Ich bin dein Hirte. Doch ich zwinge dich nicht, mein Schaf zu sein, sondern lade dich ein:
Möchtest du mir folgen?

 

Schlussgebet

Barmherziger Gott, als Hirte rufst du uns in deine Herde. Lass uns das, was wir soeben gefeiert haben, Unterscheidungshilfe sein, deine Stimme unter den vielen Stimmen unseres Alltags zu erkennen. Hilf uns so, deinen Stab nie aus den Augen zu verlieren. Darum bitten wir dich für heute, morgen und alle Tage unseres Lebens bis in Ewigkeit. Amen

 

Segensbitte

Herr, Gott des Lebens, mein Hirte, ich bitte dich um deinen Segen:
Segne mich, wenn ich ein fröhliches Schaf bin, das dir tanzend folgt.
Segne mich, wenn ich ein trauriges Schaf bin, dessen Kopf vor Trauer niedergedrückt ist.
Segne mich, wenn ich ein suchendes Schaf bin, das Gefahr läuft, deinen Stock aus den Augen zu verlieren.
Segne mich, wenn ich nicht dein Schaf sein möchte, weil ich mich von dir verlassen fühle.
Segne mich, wenn ich ein schwaches Schaf bin, das Mühe hat, die Wege des Lebens zu gehen.
Führe du mich mit deinem Segen durch alle Höhen und Tiefen meines Lebens, du der Vater, Sohn und Hl. Geist. Amen

V Geht nun und bringt Frieden.
A Dank sei Gott, dem Herrn.

 

Marienlied

„Freu dich du Himmelskönigin“ (GL 525)