„Der Himmel über Bad Tatzmannsdorf“
- Fronleichnams-Altar (Bühne):
Zu Beginn: Choral der Blasmusik
Mag.a Johanna Polster-Csecsinovits:
Im Buch Kohelet heißt es: „Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine Zeit“, jahrelang hatte Bad Tatzmannsdorf für die Fronleichnamsprozession keinen Himmel, es brauchte lang, dieses Jahr ist unser Wunsch in Erfüllung gegangen. Er wird unser gemeinsames Gehen, Beten und Singen begleiten.
In der Theologie der Kirchengebäude sind Kirchen ein Abbild des Himmels. Kirchengebäude hatten schon immer eine doppelte Funktion: Sie sind nicht nur Versammlungsraum, sondern jede Zeit hat in ihnen durch architektonische Formen, symbolische Zeichen und anschauliche Metaphern „ihr Bild des Himmels“ wiedergegeben.
In der Symbolik unserer Kirche hatten die Schülerinnen vom Buisness-Campus Oberwart auseinandergesetzt und einen Fronleichnamshimmel für das heutige Fest gestaltet. Sie haben sich gemeinsam für das Dreieckssymbol entschieden. Das Dreieck – christliches Symbol der Dreifaltigkeit: Der Drei – eine – Gott in seiner Vielfalt.
In der „Bibel in gerechter Sprache“ sagt Psalm 19,2 dies für mich in besonderer Weise aus: „Die Himmel erzählen von der Schönheit Gottes, vom Tun seiner Hände kündet das Firmament.“ Übertragen auf das Projekt der Schülerinnen: Das gemeinschaftliche Tun der Hände war ein Projekt von Höhen und Tiefen, es erforderte für sie neue Handlungsräume: Vertrauen etwas zu beginnen, dranzubleiben, zu scheitern, zu streiten, zu klagen, zu verzweifeln und nicht aufzugeben, ein wahrlich erfolgreicher Lernprozess. Dieser Glaube und das Vertrauen in die gemeinsame Arbeit führte zu einem sichtbaren und greifbaren Ergebnis.
Joseph Haydn hat in seinem Werk „Die Schöpfung“ Psalm 19 vertont. In „Die Himmel erzählen“, drückt Haydn musikalisch das aus, wovon der Psalm in so unvergleichlicher Weise spricht und wofür Worte nicht ausreichen.
Künstlerisch geschieht das sowohl in der Vielfalt der Stoffe und Farben, die von der Gemeinschaft der Gläubigen gespendeten wurden, als auch in der Auswahl der Materialen und in der Dreiecksform. So widerspiegeln die Schülerinnen in unvergleichbarer Weise künstlerisch den „neuen Himmel“ für unsere Pfarre Bad Tatzmannsdorf.
Lied „Wo Menschen sich vergessen“, 1 – 3
Impuls zur Vorstellung unseres neuen Fronleichnams-Himmels (Mag. Peter Hanel u. Doris Schuch)
1. Im Projekt unter der Leitung von Kunstpädagogin Mag.art Szidonia Szep wurden zentrale christliche Überlieferungen in einem künstlerischen Prozess umgewandelt, um den neuen Fronleichnams-Himmel zu schaffen.
2. Die Stoffreste wurden von uns allen zusammengetragen – aus dem Alltag. Da ist unser ganzes Leben drinnen: von Arbeitskleidung bis zu edlen Stoffen, von den Mühen bis zu den Freuden: Notwendiges, Nützliches, Feierliches…
3. Die Architektur unserer Pfarrkirche spiegelt sich im neuen Fronleichnams-Himmel: die Dreiecke – Symbol der Dreifaltigkeit – und die Vielfalt der bunten Fenster und Stoffe.
4. Der Himmel ist nicht das Zentrum, er weist nur auf das Zentrum hin. Auch die Monstranz ist nicht das Zentrum, sie zeigt nur das Zentrum: Das Zentrum ist das Brot vom Himmel, der Fronleichnam: Jesus im Leib mitten unter uns, ausgedrückt durch unsere Stoffe.
Liedruf: GL 365
Segen: Erfrischender Segen möge dich zum Staunen begeistern über all die Wunder, die dir in Begegnungen mit Menschen und Schöpfung entgegenkommen. Erfrischender Segen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes komme auf uns herab und bleibe bei uns allezeit. Amen. (nach Pierre Stutz)
Liedruf: GL 365
2. Fronleichnamsaltar (bei Dr. Gyaki)
Einander Himmel sein (von Werner und Gerlinde Kaitan)
Zu Beginn: Choral der Blasmusik
Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes und das Firmament kündet das Werk seiner Hände. Ein Tag sagt es dem andern, eine Nacht tut es der andern kund. (Ps 19,2-3)
Begrüßung und Einleitung:
Die vielen schönen Blüten, die die Kinder heute voll Freude auf unseren Weg gestreut haben – wie herrlich ist doch Gottes Schöpfung!
Lasst uns innehalten und in Freude die Gegenwart genießen; nicht erst – wie jahrhundertelang von der Kirche vermittelt – einen Himmel erwarten, der als zukünftiges Sein und Ziel uns beschert ist.
Wir können einander Himmel sein – und das im Hier und Jetzt: voll Vertrauen darauf, Neues zu wagen.
Wollen wir nun Gott in den Fürbitten um seine Hilfe auf diesem Weg bitten.
Auf die Bitte „Lass uns einander Himmel sein“ antworten wir alle mit „Wir bitten dich, erhöre uns.“
Fürbitten
Resignation und Angst vor Veränderungen lähmen viele Menschen.
Guter Gott, lass uns erkennen, dass es nicht für alles perfekte Lösungen gibt und wir oft auch dazu bereit sein müssen, mit Kompromissen zu leben.
KV: Lass uns einander Himmel sein! A: Wir bitten dich, erhöre uns!
Viele Menschen sind von Leid und Krankheit betroffen.
Guter Gott, gib uns die Sensibilität, Trost und Mut zu spenden.
KV: Lass uns einander Himmel sein! A: Wir bitten dich, erhöre uns!
Viele Menschen fühlen sich ungehört und unverstanden.
Guter Gott, lass uns für andere da sein und stärke unsere Bereitschaft, empathisch miteinander zu kommunizieren.
KV: Lass uns einander Himmel sein! A: Wir bitten dich, erhöre uns!
Viele Menschen stehen – vorverurteilt – abseits unserer Gemeinschaft.
Guter Gott, gib uns die Kraft, gegen Ungerechtigkeiten aufzutreten und dadurch auch Frieden zu stiften.
KV: Lass uns einander Himmel sein! A: Wir bitten dich, erhöre uns!
… an jedem Tag, in jeder Nacht: immer wieder
Guter Gott, wir danken dir für die Herrlichkeit deiner Schöpfung und bitten um deinen Segen.
Liedruf: GL 365
Segen:Erfrischender Segen möge dich zum Staunen begeisternüber all die Wunder, die dir in Begegnungen mit Menschen und Schöpfung entgegenkommen. Erfrischender Segen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes komme auf uns herab und bleibe bei uns allezeit. Amen. (nach Pierre Stutz)
Liedruf: GL 365
Meditation: nach der Kommunion in der Kirche: „Liebesbeweis“ aus: Elisabeth Steinkellner u. Michael Roher, Vom Flanieren und Weltspaziern, Verlag Tyrolia, Innsbruck 2019.