Fronleichnam 2018: Achtsam durchs Leben

1. Altar: Achtsam durchs Leben… BAUM

Und wieder feiern wir dieses Fest zum Lob des Herrn und seiner wunderbaren Welt beim 1. Altar unter diesen Bäumen.

Bäume als Wegmarken, als optische Orientierungspunkte, Bäume zu besonderen Festen, die das Göttliche spürbar machen:
Wie schön ist die Natur mit ihren duftenden Blüten,
wie sehr erfreuen wir uns an Kräutern, Gemüse, Beeren in unseren Gärten,
an Tieren, dem Gesang der Vögel, den Landschaften und Meeren…

Lesung aus dem Psalm 104:
10 Frisches Quellwasser schickst du die Täler hinab.[…]
16 Die Bäume des HERRN erhalten Wasser genug, […]
17 Ja, dort in ihren Zweigen nisten die Vögel.

Und wir, wie gehen wir mit diesem göttlichen Schatz um?
Unbewohnbare Landstriche,
Luft, die man ungeschützt nicht einatmen darf,
ungenießbares Wasser,
Gefahren, die durch Klimaveränderungen drohen,
rücksichtslose Ausbeutung vieler Ressourcen…
Wo bleibt unsere Achtsamkeit für Luft, Erde, Wasser, ja, das Weltall?

Unser ökologischer Fußabdruck muss überdacht werden.

Es ist 5 Minuten vor 12 – Zeit, sich zu bescheiden,
Zeit sich zu entscheiden, auf manches zu verzichten!

Wie kann ich mein alltägliches Konsumverhalten ändern

  • bei der Verwendung des Autos bzw. bei der Nutzung überheizter bzw. extrem klimatisierter Räume,
  • bei meinem Reise- und Freizeitverhalten?
  • Wie kann ich dazu beitragen, unnötige Einkäufe zu vermeiden und damit auch die Produktion, den Transport und die Entsorgung von so manchen Produkten?

Kann nicht auch ich dem natürlichen Bewuchs Raum geben und damit das Verschwinden mancher Pflanzen und Tiere sowie die Versiegelung der Natur unter Beton und Asphalt hintanhalten?

Auch ich kann aktiv werden, es geht nicht nur um andere mit mehr Entscheidungskompetenz!
Auch ich kann meine Stimme erheben.

 

Fürbitten:
Gott, unser Schöpfer, …

  1. Lass uns erfüllende Werte, Beziehungen zu Menschen, die uns wichtig sind, innere Ruhe finden und so der Jagd nach unnötigem Konsum entkommen.
    A: Wir bitten dich, erhöre uns!
  1. Lass jedem von uns Verantwortung für unseren Lebensraum zu einem echten Anliegen werden.
  1. Lass uns in Dankbarkeit und mit Achtsamkeit deine Natur erleben.

 

Für all das erbitten wir nun deinen Segen!

Gottes Segen lasse uns von Herzen lachen
und halte unsere Gemeinschaft zusammen!

Gottes Segen erfülle uns mit Lebenslust und Freude
und lasse uns zufrieden und glücklich sein.

Gottes Segen berühre unsere Herzen
und mache uns hilfsbereit und achtsam.

Gottes Segen befreie uns von Sorgen und Ängsten,
seine Freude bestimme alle unsre Tage.

Gottes Segen über uns, des Vaters und des Sohnes und des Hl. Geistes.

 

2. Altar: Achtsam durchs Leben… BAUERNHAUS

Das Wort „Bauernhaus“ beinhaltet das Wort „bauen“, anbauen, bebauen und pflegen der Natur und all ihrer Geschöpfe.

Das Bauerntum bot die materielle Grundlage der Menschheit. Das Leben der Bauern war eingebunden in den Wachstumszyklus von Pflanzen und Tieren, eingebunden in die Natur und prägte das kulturelle und religiöse Leben

Der Psalm 104 bringt dies lobend zur Sprache: (Ps 104,14-16)
Gott, du lässt Gras wachsen für das Vieh, auch Pflanzen für die Menschen, die er anbaut,
damit er Brot gewinnt für die Erde und
Wein, der das Herz der Menschen erfreut,
damit sein Gesicht vom Öl erglänzt und Brot das Menschenherz stärkt.
Wort der heiligen Schrift

 

Von diesem biblischen Bild haben wir uns in den letzten Jahrzehnten entfernt und immer stärker in die Prozesse der Natur eingegriffen.

Der Einsatz von Maschinen in der Landwirtschaft veränderte die bäuerlichen Arbeitsabläufe und den Beruf des Bauern radikal. Massentierhaltung und Züchtungen „industrie- gerechter“ Rassen führen zur Überproduktion und Verschwendung. Synthetische Herstellung von Kunstdüngern und giftiger sogenannter „Pflanzenschutzmittel“ führen zu verseuchten und ausgelaugten Böden.

Im Gegenzug zum Agrar – Industrialismus entwickelt sich aber eine zunehmend ökologisch orientierte Tendenz, eine Neubesinnung auf bäuerliche Leitbilder, bekannt unter dem Slogan “Zurück zur Natur und zum Ursprung“. Es kommt zu einem Wiederaufleben der Bauernmärkte und Hofläden, sowie zu einem nachhaltigen Umgang mit unseren Ressourcen.

Wie gehe ich mit dieser Entwicklung um?
Pflege ich einen achtsamen Umgang mit den Früchten dieser Erde?
Achte ich auf mein Konsum- und Nahrungsverhalten und stelle ich Qualität vor Quantität?

 

Fürbitten:
Lasset uns beten:

  • Für die Welt, in der wir leben und für die wir verantwortlich sind, dass wir sie nicht ausbeuten und zerstören.
    A: Wir bitten dich erhöre uns
  • Für die Lebewesen in Erde, Luft und Wasser, die sterben müssen und ausgerottet werden, weil wir ihren Lebensraum vergiften.
  • Für uns, die wir hier versammelt sind, dass wir für die Erhaltung unserer Mitwelt eintreten und in unserem Leben mit gutem Beispiel vorangehen.

Für all das erbitten wir nun deinen Segen!

Der Segen unseres Gottes falle auf uns
wie Regen der das Land feuchtet.

Der Segen unseres Gottes falle auf uns wie Schnee
und decke barmherzig zu, was wund ist und Zeit zum Heilen braucht.

Der Segen unseres Gottes falle auf uns wie Samen,
den eine Bäuerin ausstreut, damit das öde Land Früchte trägt.

Der Segen unseres Gottes falle auf uns wie ein sanftes Licht,
das den Weglosen den Weg zeigt.

Es segne und behüte uns der gute und schöpferische Gott –
der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.   Amen

 

3. Altar: Achtsam durchs Leben …  ORTSZENTRUM

Hier sind wir im Zentrum unseres Ortes, im Herzen des Dorflebens sozusagen, wo sich Politik, Kultur, Vereinsleben, auch Religion, also sämtliche gesellschaftliche Institutionen einfinden, um im Sinn des guten Miteinanders zu feiern. Denn unser Ort will ein lebenswerter Ort mit all seinen Annehmlichkeiten sein, ein Ort, an dem man sich wohl fühlt, ein Ort, an dem viele Menschen wiedergenesen, aber auch ihren Lebensabend verbringen wollen…..

Gleichzeitig kann man jedoch wahrnehmen, dass im Zeitalter der Digitalisierung die Entfremdung untereinander immer mehr zunimmt. Die Suche nach Mitarbeitern, die sich ehrenamtlich in den Dienst für das Allgemeinwohl zur Verfügung stellen wollen, gestaltet sich immer schwieriger. „Keine Zeit, kein Interesse“ erhält man oft als Antwort.

Wie gehe ich mit dem Problem der Anonymisierung um? Pflege ich noch den Kontakt zu meinem Nachbarn? Beteilige ich mich in einem Verein? Fühle ich mich überhaupt noch in einer Gemeinschaft oder einer Gruppe, wo sich mehrere Menschen treffen, wohl?

Im Buch der Psalmen finden wir einen Weisheitspsalm, der uns darauf hinweisen will, wie wichtig das Zusammenleben, die gesellschaftliche Zusammengehörigkeit als Volk Gottes ist, nämlich so wichtig und kostbar wie Salböl oder der Tau in den Bergen als Zeichen des Segens.

Lesung aus dem Psalm 133:
„Seht doch, wie gut und schön ist es, wenn Brüder miteinander in Eintracht wohnen.
Das ist wie köstliches Salböl, das vom Kopf hinabfließt auf den Bart, auf Aarons Bart, das auf sein Gewand hinabfließt.
Das ist wie der Tau des Hermon, der auf den Berg Zion niederfällt. Denn dort spendet der Herr Segen und Leben in Ewigkeit.“
Wort der Heiligen Schrift.

 

Fürbitten:
Guter Gott, du hast uns Menschen hier auf Erden erschaffen, um gemeinsam deinen Plan zu erkennen und für die Ewigkeit in deinem Reich zu lernen:

  • Lass uns erkennen, wie wichtig es ist, im Miteinander den Weg der Liebe und des Friedens zu gehen.
  • Stärke uns darin, den ersten Schritt zu machen, wenn es darum geht, auf den Anderen zuzugehen und dem Nächsten zu helfen.
  • Schenke den Mächtigen und Verantwortlichen die Einsicht, dass Probleme und Konflikte nicht mit Gewalt, sondern nur im gegenseitigen Verständnis zu lösen sind.
  • Führe uns auf deinen Weg, indem wir immer wieder auch im Gebet die Gemeinschaft zu dir und zu den Mitmenschen suchen.

Für all das erbitten wir nun deinen Segen! Amen.

 

4. Altar: Achtsam durchs Leben … ARZTPRAXIS

Unser 4. Altar ist hier vor einer Arztpraxis aufgebaut. Dieser Ort steht für unsere Gesundheit, unser Wohlbefinden, für den Segen der Medizin und der Pflege. Wir dürfen dankbar sein für die Heilmittel, die technischen Möglichkeiten bei Operationen, für die Kurangebote, für unser Gesundheitssystem und die Menschen, die in diesem Bereich für uns arbeiten.

Wir selber tragen aber auch eine Mitverantwortung für unsere Gesundheit. Oft fehlt es uns an der richtigen Balance zwischen Körper, Seele und Geist, am Gleichgewicht. Leiden nicht viele an Überforderung? Es gibt Missbrauch mit Medikamenten, Drogen und Alkohol. Viele Beschwerden kommen durch Bewegungsmangel und falscher Ernährung. Andere übertreiben wieder mit ihrem Körper- und Fitnesskult. Mit der Gesundheit wird auch oft nur gutes Geschäft gemacht.

Wie gehe ich selber mit meinem Körper um? Achte ich auf meine Gesundheit und Ausgeglichenheit in meinem Leben? Kann ich auch mit Krankheiten und Krisen umgehen? Gerade als Christen können wir die Endlichkeit des Lebens mit einer gewissen Gelassenheit akzeptieren, weil sie letztlich in die vollkommene Gesundheit und Schönheit bei Gott mündet! Wir haben das Brot des ewigen Lebens hier mitten unter uns.

Lesung aus den Psalmen 146 und 147:
„Der Herr hat Himmel und Erde gemacht, das Meer und alle Geschöpfe.
Er öffnet den Blinden die Augen und richtet die Gebeugten auf.
Er heilt die gebrochenen Herzen und verbindet die schmerzenden Wunden.
Groß ist unser Herr, er gibt uns wieder Kraft.“

Wort der heiligen Schrift.

Fürbitten:
Wir bitten dich, heilender Gott:

  1. Lass alle Menschen, die an Krankheiten leiden, Linderung erfahren.
    A: Wir bitten dich, erhöre uns.
  2. Gib uns Achtsamkeit im Umgang mit unserer Gesundheit und der der anderen.
  3. Gib allen Arbeitenden im Gesundheitsbereich Einfühlungsvermögen, Geduld und Kraft in ihrem Dienst am Patienten.
  4. Schenk den Verantwortlichen für unser Gesundheitssystem die Weisheit, gute Entscheidungen zum Wohl aller zu treffen.

 

Für all das erbitten wir nun deinen Segen!   Amen

 

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