Anmeldung für die Firmung 2018

LiebeR FirmkandidatIn!
Hallo und Grüß Gott!

Wenn Du in unserem Seelsorgeraum wohnst und zwischen September 2003 und August 2005 geboren bist, hast Du die Möglichkeit, im kommenden Schuljahr 2017/18 in Deiner Pfarre gefirmt zu werden. In diesem wichtigen Lebensabschnitt möchte Dir die Kirche durch das Firmsakrament Orientierung und Hilfe für das Leben anbieten. In der Firmvorbereitung wollen wir den je eigenen Lebens- und Glaubensweg entdecken.

Liebe Eltern, wir sind auf Ihre Hilfe angewiesen und hoffen, dass Sie Ihre Tochter/Ihren Sohn auf dem Weg zur Firmung unterstützen. Wir möchten zudem darauf hinweisen, dass eine Firmung auch zu einem späteren Zeitpunkt möglich ist. Vielleicht entdeckt Ihre Tochter/Ihr Sohn erst in einigen Jahren den Weg des Glaubens. Unsere Türen werden offen sein.

Um im Herbst mit der Vorbereitung beginnen zu können, ersuchen wir um Anmeldung bis 18. Juni 2017.
Bitte geben Sie entweder das ausgefüllte Formular (hier als PDF) in der Pfarrkanzlei ab (Mo-Fr, 8-12 h) oder melden Sie sich online an, indem Sie das folgende Formular ausfüllen und auf „Senden“ klicken.

Wir freuen uns auf eine erlebnisreiche Firmvorbereitung und hoffen auf Ihr aktives Mitleben in unseren Pfarrgemeinden.

Gustav Krammer   und   Dietmar Dominik Stipsits
Pastoralassistent                        Pfarrer

 

ANMELDUNG ZUR FIRMUNG





Serie Luther

Serie Luther und seine Zeit (1): Der Fundamentalist

Luther und seine Zeit (1)
Der Fundamentalist
An die Schlosskirche hat Martin Luther seine 95 Thesen nie genagelt. Trotzdem hat der wütende Professor aus Wittenberg eine Bewegung ausgelöst, die niemand stoppen konnte. Weil die Zeit dafür reif war.
rp-online

Luther und der Glaube (2)
Wie Luther mit dem Glauben rang
Er war ein Kämpfer, ein Polemiker, ein leidenschaftlicher Mensch, und er entwickelte sich vom Mönch aus Wittenberg zum Kirchenkritiker und Reformator. Martin Luther konnte hart in der Sache sein. Ohne Zweifel aber war er nicht.
rp-online

Luther und die Reformatoren (3)
Luthers Vordenker
Bibelübersetzungen gab es schon vor Luther und die Kritik am Ablasshandel sowieso. Aber die Zeit war noch nicht reif.
rp-online

Luther und die Juden (4)
Luthers dunkle Seite
Martin Luther war nicht nur Reformator der Kirche, sondern auch glühender Antisemit. Vor allem eine seiner späten Schriften zeugt von seiner Judenfeindschaft. Die Evangelische Kirche sucht nun nach dem richtigen Umgang damit.
rp-online

Auferweckung im Christentum

„Ich empfehle theologische Aufräumarbeit“

Menschen erhoffen die Überwindung des Todes. Dennoch gebe es heute in Glaubensfragen „keine Gewissheiten mehr“, sagte der katholische Fundamentaltheologe Magnus Striet im Deutschlandfunk. Nur diese eine: „Menschen können nicht anders, als eine Haltung zum Sterben-Müssen und zum kommenden Tod einzunehmen.“

Magnus Striet im Gespräch mit Andreas Main auf Deutschlandfunk.de

5. Fastensonntag: Gesund lebt, wer im Frieden mit sich selbst lebt

Fastenzeit 2017:
„Gesund lebt, wer Freude hat an der Weisung des Herrn.“
Mensch, wo bist du? Gott, wo bist du?

Jeden Sonntag hören wir eine Weisung, die uns gut tut, die uns gesund machen kann.

5. Fastensonntag:
„Gesund lebt, wer im Frieden mit sich selbst lebt und diese Zufriedenheit von Herz zu Herz weiter trägt.

 Einleitung:

Glücklich die Menschen, die Frieden ausstrahlen und so Frieden stiften, denn sie werden Söhne und Töchter Gottes genannt werden.

Wer Gott und seiner Fürsorge vertraut, ist genügsam, zufrieden, hat Frieden im Herzen.

Zufriedene Menschen nehmen nichts als selbstverständlich, können sich an den kleinen Dingen des Lebens erfreuen und finden offene Worte der Nähe für einander und schlagen Brücken nicht nur zu den Gleichgesinnten.

Ihre Zufriedenheit ist ansteckend, eine Bewegung von Herz zu Herz.

Gottes Friede und Nähe wird in ihrem Leben sichtbar.

Glückliche, zufriedene Menschen machen ernst mit unserem heutigen Lesungstext:

„ Ihr vom Hause Jakob, kommt, wir wollen unsere Wege gehen im Licht des Herrn.“

Fasten, unterwegs sein auf dem Weg zum größten Fest der Christen: zur Auferstehung als Hoffnung des Menschen.

Die Fragen „Mensch, wo bist du?“ und Gott, wo bist du?“ führen zu einer Antwort, zur Erfüllung bei Gott.

 

Lesung: Jes 2, 1-5

Das Wort, das Jesaja, der Sohn des Amoz, in einer Vision über Juda und Jerusalem gehört hat.
Am Ende der Tage wird es geschehen: Der Berg mit dem Haus des Herrn / steht fest gegründet als höchster der Berge; er überragt alle Hügel. / Zu ihm strömen alle Völker.
Viele Nationen machen sich auf den Weg. /Sie sagen: Kommt, wir ziehen hinauf zum Berg des Herrn / und zum Haus des Gottes Jakobs. Er zeige uns seine Wege, / auf seinen Pfaden wollen wir gehen. Denn von Zion kommt die Weisung des Herrn, / aus Jerusalem sein Wort.
Er spricht Recht im Streit der Völker, /er weist viele Nationen zurecht. Dann schmieden sie Pflugscharen aus ihren Schwertern / und Winzermesser aus ihren Lanzen. Man zieht nicht mehr das Schwert, Volk gegen Volk, / und übt nicht mehr für den Krieg.
Ihr vom Haus Jakob, kommt, / wir wollen unsere Wege gehen im Licht des Herrn

 

Evangelium: Mt 6, 19 – 24 (ökumenische Jugendbibel)

„Sammelt keine Schätze und Reichtümer materieller Art, die Motte, Wurm und Rost zerstören und die ein Dieb euch stehlen kann.
Was von solchen Schätzen kann man denn mitnehmen am Ende seines Lebens?

Es gibt aber auch Schätze anderer Art, die man sammeln kann – heute für das Reich Gottes. Eins muss euch klar sein: Wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.

Wenn dir das Geld das wichtigste ist, dann wirst du ewig am Geld hängen und nie zufrieden sein.

Das Ziel deines Lebens, dein „Schatz“, für den du arbeitest und du dich abmühst, hat immer auch dein Herz gepackt.
Wenn du merkst, dass dein Herz eigentlich etwas Anderes will, dann entscheide dich für dein Herz – und lass den Schatz fahren. Du kannst nicht reich, mächtig und geachtet sein und gleichzeitig für den Menschen da sein wollen.

Niemand kann gleichzeitig zwei Herren dienen:
Er wird entweder den einen hassen und den anderen lieben oder zu dem einen halten und den anderen verachten. Entweder ihr dient Gott oder ihr dient dem Götzen Geld – beiden gleichzeitig dienen, das geht nicht!

Vielleicht wird es euch klar: Das Auge gibt dem Körper Licht.
Wenn dein Auge gesund ist und sehen kann, dann wird es in deinem ganzen Körper hell.

Wenn sich aber vor dein Auge ein Geldstück geschoben hat, dann wird dein Auge nichts mehr sehen, als wäre es krank, und dein Körper wird dunkel sein, eine einzige Finsternis.

 

Predigt von Pfarrer Dietmar D. Stipsits

Liebe ChristInnen!

Im Frieden mit mir selbst sein. Wie kann mir das gelingen? Ich glaube, dazu ist es notwendig, dass ich immer wieder bei mir einkehre. Dabei werde ich entdecken, dass ich mir damit was Gutes tue. Ja, ich bin überzeugt davon, dass ich mir wirklich was Gutes tue, wenn ich in Berührung bin mit mir, wenn ich mich immer wieder auf mich selber konzentriere, ganz bei mir bin, dabei in Berührung bin mit meinen Gefühlen und Empfindungen, mit dem, was mich gerade beschäftigt, mit meinem Innersten.

Karl Valentin hat das in einem seiner bekannten Sprüche gut formuliert, was ich meine, er sagte: „Heute besuch‘ ich mich. Hoffentlich bin ich zu Hause.“ Um „bei mir zu Hause zu sein“, um ein zu-fried-ener Mensch zu sein, ist es einfach hilfreich, wenn ich mir regelmäßig Zeit für mich nehme, Zeiten der Stille, des Sich-Zurückziehens, der Ruhe, des In-Sich-Gehens. Am Beginn oder am Ende des Tages sind besondere Zeiten, wo ich persönlich mir diese Zeit gönne.

In dieser Zeit der Stille horche ich in mich hinein, verweile bei mir und komme so mit mir selber in Kontakt. Ich versuche dabei herauszufinden, was mich momentan beschäftigt. Spüre ich Freude oder Frust in mir, Trauer oder Ärger, Dankbarkeit oder Antriebslosigkeit…? Und diese regelmäßige Zeit der Stille hilft mir dabei, dass ich mit meinem Innersten in Berührung bin, mit ihm auch vertraut werde.

Für mich ist diese Zeit immer auch eine Chance, mich von dem zu befreien, was mich von außen bestimmt, oft so sehr, dass ich gar nicht mehr ich selber bin. Da tut es mir dann wirklich gut, wenn ich auf mein Innerstes höre, zur Ruhe komme und nachspüre, was ich wirklich sein möchte, was mir selber guttut, was mich aufbaut, was ich jetzt gerade brauche.

Im Frieden mit mir selbst sein, das vergleiche ich gerne mit einem Kuss. Wer jemals erfahren hat, wie wohltuend ein Kuss sein kann – und ich hoffe es sind alle, die das (immer wieder) erfahren haben -, die/der wissen, wie sehr ein solcher Kuss mich als ganzer Mensch nährt, mich aufblühen lässt. Gesund lebt, wer im Frieden mit sich selbst lebt, wenn ich also alles, was ich bin und in mir ist, küsse. Diesen Frieden werde ich dann auch ausstrahlen an andere – jeden Tag aufs Neue und bis in Ewigkeit.

 

Fürbitten:

Lass uns beten zu Jesus Christus, der von den Toten auferstanden ist und auch uns neues Leben schenkt:

  1. Für die Völker der Erde: dass sie miteinander das Gespräch und den Austausch suchen und so Frieden schaffen. Christus, höre uns.

A: Christus, erhöre uns.

  1. Für alle Rat- und Mutlosen: Lass sie Menschen finden, die sie wieder aufrichten.
  1. Für die jungen Menschen: Gib ihnen ein Gespür für das, was heute notwendig ist und den Mut, sich dafür einzusetzen.
  1. Für unsere Gemeinde: Dass wir bei der Feier des Brotbrechens eine Stärkung für unseren Glauben erfahren.

Denn du, guter Gott, hast uns Jesus geschenkt als Zeichen der Hoffnung und Botschafter der Liebe. Dafür sei dir Lob und Preis, jetzt und in Ewigkeit. Amen

 

Meditation:

Der Mensch fragt, Gott fragt

„Wo bist du, o Gott?“
Jenseits
der Geplagten?
Unter uns?
Über uns?
Wo bist du, o Gott?
Warum verbirgst du dich?“

Wo bist du, o Mensch?
In dir?
Außer dir?
Unter den Menschen?
Wo bist du , o Mensch!
Warum verleugnest du dich selbst?
Ich sehe Masken, Apparate?
Worin versteckst du dich?“

„Was denkst du über mich, o Gott?“
„Was denkst du über mich, o Mensch?“

Martin Gutl

Gottesdiensttermine für Mai

GOTTESDIENSTORDNUNG für Mai – Juli 2017

HINWEIS:
Änderungen vorbehalten. Aktuell ist die WOCHENORDNUNG >>

Mai 2017

Juni 2017

Juli 2017

 

Datum    Zeit    Ereignis ………………………….

 

4. Fastensonntag: Gesund lebt, wer die größere Gerechtigkeit Jesu im Blick hat

Fastenzeit 2017:
„Gesund lebt, wer Freude hat an der Weisung des Herrn.“
Mensch, wo bist du? Gott, wo bist du?

Jeden Sonntag hören wir eine Weisung, die uns gut tut, die uns gesund machen kann.

Jesu Mahl mit den Sündern

4. Fastensonntag:
Gesund lebt, wer die größere Gerechtigkeit Jesu im Blick hat.

Einleitung:
Die Menschen haben ein gutes Gespür dafür, was gerecht und was ungerecht ist. Gerechtigkeit erleben wir als wohltuend, aber sie ist schwer zu erreichen. Das „Gießkannenprinzip“: „Jedem das Gleiche“ reicht oft nicht aus. Heilsam ist es, die größere Gerechtigkeit Jesu im Blick zu haben, die dem anderen nicht nur gibt, was ihm zusteht, sondern, was er wirklich braucht. Solche Gerechtigkeit tut beiden gut, dem, der sie empfängt und dem, der sie ermöglicht.

Fasten muss nicht verstanden werden als große Entbehrung, sondern vielmehr als Umkehr und als Aufbruch in neue Räume, die uns aufatmen und leben lassen.

 

Lesung: Jes 58, 5a. 6-8. 11b
Ist das ein Fasten, wie ich es liebe, ein Tag, an dem man sich der Buße unterzieht: wenn man den Kopf hängen lässt, so wie eine Binse sich neigt, wenn man sich mit Sack und Asche bedeckt?
Nein, das ist ein Fasten, wie ich es liebe: die Fesseln des Unrechts zu lösen, die Stricke des Jochs zu entfernen, die Versklavten freizulassen, jedes Joch zu zerbrechen, an die Hungrigen dein Brot auszuteilen, die obdachlosen Armen ins Haus aufzunehmen, wenn du einen Nackten siehst, ihn zu bekleiden und dich deinen Verwandten nicht zu entziehen.
Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte und deine Wunden werden schnell vernarben. Deine Gerechtigkeit geht dir voran, die Herrlichkeit des Herrn folgt dir nach.
Der Herr wird dich immer führen, auch im dürren Land macht er dich satt und stärkt deine Glieder. Du gleichst einem bewässerten Garten, einer Quelle, deren Wasser niemals versiegt.

 

Evangelium: Mt 9,1. 9-13
Jesus stieg in das Boot, fuhr über den See und kam in seine Stadt.
Als Jesus weiterging, sah er einen Mann namens Matthäus am Zoll sitzen und sagte zu ihm: Folge mir nach! Da stand Matthäus auf und folgte ihm.
Und als Jesus in seinem Haus beim Essen war, kamen viele Zöllner und Sünder und aßen zusammen mit ihm und seinen Jüngern.2
Als die Pharisäer das sahen, sagten sie zu seinen Jüngern: Wie kann euer Meister zusammen mit Zöllnern und Sündern essen?
Er hörte es und sagte: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken.
Darum lernt, was es heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer. Denn ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten.

 

Predigt von Pfarrer Dietmar D. Stipsits:

Liebe ChristInnen!

In der Zeit, in der Papst Johannes XXIII. noch Patriarch von Venedig war, erhielt er eines Tages den Hinweis, einer seiner Priester sei Alkoholiker. Darauf erklärte der damalige Angelo Roncalli (= Joh. XXIII.), wie er damals noch hieß, seinem Sekretär: „Da müssen wir hin!“ Vor dem Pfarrhaus angekommen, verwies man die beiden ins nächste Gasthaus, und Angelo Roncalli schickte seinen Sekretär, den Priester zu holen. Der Sekretär kam zurück mit der Auskunft: „Sein Hut hängt da, aber er ist nicht zu sehen.“ Darauf Roncalli: „Wenn der Hut da ist, ist auch der Mann da.“

Tatsächlich kam der Sekretär einige Minuten später mit dem Priester aus dem Gasthaus, und Johannes ging mit ihm in den Pfarrhof. Machen wir hier zunächst einmal halt, bevor wir vom Ausgang dieser Begegnung erfahren. Bei einem solchen Vier-Augen-Gespräch würde ich gerne ein Mäuschen sein. Was könnte sich hier abspielen? – Sicher ein Gespräch, das dem Priester den Ernst der Lage vor Augen führt. Er hat schließlich eine seelsorgliche Verantwortung. Viele Gemeindemitglieder nehmen Anstoß am Verhalten des Priesters. Viele nehmen ihn auf Dauer auch nicht mehr ernst. „Der sauft ja, was willst mit dem!“

Vielleicht hätte Roncalli dem Priester erzählen lassen, wie es ihm geht, was los sei. Vielleicht wären Hilfsangebote von Roncalli vorgeschlagen worden oder eine Therapie. Und was ist damals wirklich geschehen? Es wird nur in wenigen Worten berichtet: Johannes bot dem Priester einen Stuhl an und sagte: „Bruder, setz dich. Ich möchte nämlich bei dir beichten.“

Was mag in dem Priester in diesem Augenblick vorgegangen sein? Alles hat er erwartet, aber nicht das! Nicht sein Suchtproblem, nicht das öffentliche Ärgernis in der Gemeinde sind die Themen. Da setzt sich sein Vorgesetzter Seite an Seite neben ihn und bekennt seine eigenen Unzulänglichkeiten und seine Schuld. Da nimmt sein Vorgesetzter ihn in der Rolle ernst, die er eigentlich leben möchte und an die er fast nicht mehr glauben konnte, nämlich Seelsorger zu sein für die Menschen.

Angelo Roncalli, der spätere Johannes XXIII., hatte begriffen, was sein Gegenüber in diesem Augenblick am meisten brauchte. Ich denke, dass diese Begegnung etwas aufleuchten lässt von der etwas anderen Gerechtigkeit Jesu und seiner Barmherzigkeit, die nicht Vergangenes aufrechnet oder demütigt, sondern die aufbaut und ermutigt, die tatsächlich gesundmacht.

Auch von Jesus wird im heutigen Evangelium eine Begegnungsgeschichte kurz und knapp erzählt. Die Adressaten sind die oft selbstgerechten Frommen – damals wie heute. Auch Jesus sagt zum Zöllner Matthäus bloß: „Folge mir nach!“ In Sekundenbruchteilen muss da etwas Befreiendes passiert sein in Kopf und Herz des Matthäus. Endlich einer, der ihn nicht festnagelt auf seinen Beruf, bei dem er mit den verhassten Römern zusammenarbeitet und seinen Landsleuten das Geld aus der Tasche zieht – natürlich auch zu seinem eigenen Gewinn.

Aber, so können wir fragen, ist das Verhalten Jesu nicht doch ein bisschen blauäugig? Sicher, auch ein Sünder wie der Zöllner Matthäus kann sich ändern. Aber muss er nicht erst einmal ein paar gute Werke nachweisen und zeigen, dass er sich wie ein frommer Israelit verhält? „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“, lautet ein altes Sprichwort.

Jeder weiß doch, wie viele mühsame Schritte es braucht, egal ob es ein straffällig Gewordener ist, der auf den rechten Weg zurückkehren, oder auch ein Suchtkranker, der von seiner Abhängigkeit loskommen will. Bewährungshelfer sind dabei wichtig. Ohne Kontrolle kommt es schnell zu einem Rückfall.

Ich denke, die Bewährungshelfer Jesus und Angelo Roncalli werden das auch gar nicht abstreiten. Aber sie zeigen, worauf es zuallererst ankommt: dass da jemand wieder an sich selber glauben kann, weil ein anderer ihm vertraut und an seine guten Möglichkeiten glaubt. Es sind oft nicht die großen Worte, sondern die einfachen Gesten und Zeichen, die helfen, dass Menschen ihre Selbstachtung wiedergewinnen und ungeahnte Fähigkeiten freisetzen für einen Neubeginn. Roncalli setzte sich auf einen Stuhl neben dem Priester; Jesus legte sich an einen Tisch mit Sündern.

Die Barmherzigkeit Jesu mit ihren unerwarteten Auswirkungen hat die Gerechten und Frommen seiner Zeit verstört. Verstört sie auch uns heute, mich? Ich mache die Nagelprobe. Ich stelle mir den unangenehmsten Zeitgenossen vor, den ich kenne, das schwärzeste Schaf der Verwandtschaft, die ungerechteste Mitarbeiterin, die… oder den… da fällt mir schon jemand ein.

Kann ich mir trotz allem „Wenn und Aber“ vorstellen, mit dieser Person an einem Tisch zu sitzen? Hätte ich den Mut, ein ehrliches Wort oder eine wohlwollende Geste zu riskieren? Vielleicht hat mein Gegenüber auf einen solchen Menschen schon lange gewartet, der nicht nach dem Motto handelt „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.“ Vielleicht zeigt sich mein Gegenüber gar nicht so unverbesserlich, wenn er spürt: Da ist einer, der sich zu seinen eigenen Fehlern bekennt (wie Roncalli) oder der meinen guten Möglichkeiten traut (wie Jesus) frei nach dem Motto: „Kontrolle mag ja ganz gut sein, aber Vertrauen ist besser!“ Gesund lebt, wer diese Gerechtigkeit Jesu im Blick hat und sie lebt – heute und bis in Ewigkeit.

 

Fürbitten:

Menschliches Bemühen und Gesetze allein reichen nicht aus, um Gerechtigkeit herzustellen. Guter Gott, wir bitten dich:

  1. Um mehr Gerechtigkeit auf der Welt, bei der Verteilung der Macht, der Güter und des Reichtums.
  1. Um mehr Gerechtigkeit in der Politik, in der Wirtschaft und in der Arbeitswelt.
  1. Um mehr Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern und den Generationen, bei der Verteilung der Freuden und der Lasten.
  1. Um mehr Gerechtigkeit in der Kirche, den kirchlichen Einrichtungen und den Pfarrgemeinden.
  1. Um mehr Gerechtigkeit in meinem ganz persönlichen Leben, in meinen Urteilen und in meinem ganzen Verhalten.

Du, Herr, zeigst uns, wie unser Leben gelingen kann, in Christus unserem Bruder. Amen.

 

Meditation:

Gott, wo bist Du?
Siehst Du nicht die himmelschreienden Ungerechtigkeiten?
Warum fährst Du nicht drein mit einem Blitz? – – –

Weil ich nicht Zeus bin – sondern Jahwe!
Jesus ist mein Blitzlicht
Und mit dem Hl. Geist bin ich dreingefahren!
Mensch, wo bist Du?
Lenke Deine Schritte auf den Weg der Achtsamkeit.
Heile die Welt mit dem Herzen der Barmherzigkeit.
Durch Deine Wärme machst Du Dir alle, die Dir begegnen,
liebenswert und zärtlich.
Das Jahr der Barmherzigkeit ist nie vorbei!

Berufsbild Pfarrer im Wandel: Vom Hirten zum Manager


17 Pfarreien statt einer Dorfkirche: Wie sich die Arbeit eines Pfarrers in Südwestfalen verändert hat – und warum sie immer noch Freude macht.
Westfahlenpost >>

Katholische Kirche Meschede Bestwig

Aus dem Leben eines Dorfpfarrers

Ein wenig über Gott, viel über die Welt…

Von Krautfleckerl, dem „Runds-um-Dienst“ und einem Jubiläum – was PFarrer Dietmar Stipsits den Menschen gerade vor Ostern sagen möchte. Unjd warum der Beruf des Priesters nicht unbedingt ein Traumjob ist.

Prima-Monatszeitschrift vom März 2017

 

Ergebnisse der PGR-Wahl

Wahlergebnis der Pfarre Bernstein
Wahlergebnis der Pfarre Bad Tatzmannsdorf
Wahlergebnis der Pfarre Mariasdorf

Danke für ihre Wahlbeteiligung!

3. Fastensonntag: Gesund lebt, wer auf jede Art von Gewalt verzichtet

Fastenzeit 2017:
„Gesund lebt, wer Freude hat an der Weisung des Herrn.“
Mensch, wo bist du? Gott, wo bist du?

Jeden Sonntag hören wir eine Weisung, die uns gut tut, die uns gesund machen kann.

 

3. Fastensonntag:
Gesund lebt, wer auf jede Art von Gewalt verzichtet.

Einleitung

Im Psalm 1 hören wir:
Glücklich sind die Frau, der Mann, die nicht nach den Machenschaften der Mächtigen gehen, nicht auf dem Weg der Gottlosen stehen noch zwischen Gewissenlosen sitzen, sondern ihre Lust haben an der Weisung Gottes, diese Weisung murmeln Tag und Nacht. Wie Bäume werden sie sein – gepflanzt an Wasserläufen, die ihre Frucht bringen zu ihrer Zeit, und ihr Laub welkt nicht. Was immer sie anfangen, es führt zum Ziel. (Bibel in gerechter Sprache)

An den letzten Sonntagen haben wir vom „Klein sein dürfen und vom Loslassen gehört“ und diesem nachgespürt.

Diese erscheinen mir ebenso, wie die Botschaft von heute als eine Art Gegenmodell zu unserer heutigen Gesellschaft: Gewinn, Fehlerintoleranz und Besitz, Ellbogentechnik anwenden, um die eigenen Ziele zu erreichen, scheinen gängige Erfolgsmodelle zu sein.

Menschen, die hart gegenüber anderen sind, nur ihre Fehler sehen, um selber gut dazustehen, kennen wir alle. Das kennen wir auch von uns.

In der Nähe von Menschen, die mit Härte und Strenge gegen sich und Predigt von Pfarrer Dietmar D. Stipsits andere vorgehen, fühle ich mich aber nicht wohl.

Gewalt ist allgegenwärtig und nicht nur in Kriegssituationen am Fernsehbildschirm zu sehen. Gewalt begegnet uns in Worten, Bildern, sexistischen Witzen. Aber auch die Kirche ist nicht gewaltfrei, weil sie von Menschen „bewohnt“ ist.

Neid, Eifersucht, Hass und Gewalt können ein Herz, einen Menschen, ja sogar Beziehungen krank machen. Das Leben wird mit einem harten Herz nicht lebenswert.

Die Lesung aus dem Buch Exodus und Jesus selbst möchte uns ermutigen einen anderen, alternativen, christlichen Weg zu gehen. Einen Weg, der uns und unsere Gesellschaft gesund werden lässt!

Ja, auch in unserer Welt heute kannst du auf Gewalt verzichten. Dir ein weiches Herz bewahren, heißt nicht ein Weichei zu sein.

Ein weiches Herz bewahren heißt vielmehr: den Menschen, seine Absicht, seinen guten Willen, seinen Wert von Gott her zu sehen.

Auf alle Mittel und Methoden der Gewalt zu verzichten bewahrt ein weiches, ein sanftes Herz, das nicht unter der Härte zerspringt, sondern für die Schwachen schlägt.

Sein Herz frei zu halten von allem Schädlichen,  … nicht eifersüchtig oder neidisch zu sein, weder einer Feindschaft noch dem Hass noch der üblen Nachrede Raum bieten…

In der heutigen Eucharistiefeier möchten wir wieder der zentralen Frage nachgehen, wo wir selbst stehen und uns auf die Suche machen, wie wir auf jede Art von Gewalt verzichten können, um neu leben und neu lieben zu lernen.

 

Lesung vom Tag: Ex 17,3-7

Evangelium vom Tag: Joh 4, 5-42 (Jesus am Brunnen mit der samaritischen Frau)

Predigt von Pfarrer Dietmar D. Stipsits

Liebe ChristInnen!

„Gesund lebt, wer auf jede Art von Gewalt verzichtet.“ Der Bischof von Rom, Papst Franziskus hat zum Weltfriedenstag, also anlässlich des 01. Jänners 2017, in seiner Botschaft zu diesem Weltfriedenstag sehr treffend das Thema „Gewalt“ analysiert hat und meint, dass wir uns derzeit in einem „stückweisen Weltkrieg“ befinden. Er schreibt:

„Das vergangene Jahrhundert ist von zwei mörderischen Weltkriegen verwüstet worden und hat die Bedrohung eines Atomkriegs sowie eine große Anzahl weiterer Konflikte erlebt, während wir heute leider mit einem schrecklichen „stückweisen“ Weltkrieg zu tun haben.

In jedem Fall verursacht diese Gewalt, die „stückweise“ auf unterschiedliche Arten und verschiedenen Ebenen ausgeübt wird, unermessliche Leiden, um die wir sehr wohl wissen: Kriege in verschiedenen Ländern und Kontinenten; Terrorismus, Kriminalität und unvorhersehbare bewaffnete Übergriffe; Formen von Missbrauch, denen die Migranten und die Opfer des Menschenhandels ausgesetzt sind; Zerstörung der Umwelt. Und wozu das alles? Erlaubt die Gewalt, Ziele von dauerhaftem Wert zu erreichen? Löst nicht alles, was sie erlangt, letztlich nur Vergeltungsmaßnahmen und Spiralen tödlicher Konflikte aus, die allein für einige wenige „Herren des Krieges“ von Vorteil sind?“

Und Papst Franziskus meint dann: „Die Gewalt ist nicht die heilende Behandlung für unsere zerbröckelte Welt. Auf Gewalt mit Gewalt zu reagieren führt bestenfalls zu Zwangsmigrationen und ungeheuren Leiden, denn große Mengen an Ressourcen werden für militärische Zwecke bestimmt und den täglichen Bedürfnissen der Jugendlichen, der Familien in Not, der alten Menschen, der Kranken, der großen Mehrheit der Erdenbewohner entzogen.“

Was kann ich ganz konkret also tun, um diese Spirale der Gewalt zu beenden, die ich derzeit in unserer Welt, in unserem Europa, auch in unserem Österreich, ja selbst in unseren Pfarrgemeinden erleben und erleiden muss? Phil Bosmans, belgischer katholischer Ordensmann und Verfasser geistlicher Schriften, zeigt mir einen sehr guten Weg, wie ich auf jede Art von Gewalt verzichten kann. Er schreibt:

„Sei immer und überall ein Werkzeug des Friedens!
Bring Liebe, wo Hass ist; Freude, wo Kummer;
Hoffnung, wo Verzweiflung; Licht, wo Finsternis.
Was nützt alle Abrüstung, wenn wir uns nicht ändern,
wenn wir nicht in unserem Herzen Frieden machen
mit Gott und mit allen Mitmenschen.
Liebt einander: ehrlich und ohne Hintergedanken.
Das ist der einzige Weg zu wirklichem Frieden.
Es gibt keinen anderen.“

Phil Bosmans, Leben jeden Tag, Verlag Herder,
Freiburg im Breisgau 2008, Seite 141.

Gesund lebt, wer auf jede Art von Gewalt verzichtet – heute und morgen und bis in Ewigkeit.

 

Fürbitten:

Immer wieder sind wir vor Herausforderungen des Lebens gestellt, in denen wir, barmherziger Gott, deine Hilfe brauchen.

  1. Wenn wir emotional gefangen sind, schicke uns Menschen, die uns aus der Gewaltspirale unserer Gedanken herausführen.
    WIR BITTEN DICH…
  2. Wenn wir uns selber und unseren Mitmenschen gegenüber hart sind, schicke uns ein Wort, das uns berührt und „weich“ macht.
    WIR BITTEN DICH…
  3. Wenn in unserer Pfarrgemeinde harte Worte fallen, lass uns nicht hochmütig werden und schenke uns die Gnade der Versöhnung.
    WIR BITTEN DICH…
  4. Wenn wir neidisch und eifersüchtig sind, schenke uns die Einsicht, dass unser Leben ein Geschenk ist und ein erfülltes, gesundes Leben mit Neid und Eifersucht nicht vereinbar sind.
    WIR BITTEN DICH…
  5. Schenk uns den Willen, unsere Gesellschaft in Richtung Gewaltlosigkeit umzubauen und lass uns bei uns beginnen.
    WIR BITTEN DICH…

Denn du zeigst uns, wie unser Leben gelingen kann, durch Christus unseren Bruder. Amen.

 

Meditation:

Gewaltig Gott
War dein Auftritt
Mitunter
Nicht immer
leise und sanft
willst du zu mir
kommen
mich schütteln
aus der Bequemlichkeit
mich reißen
aus der Spirale
von Besserwissen und Neid
komm zu mir
leise und sanft
damit ich weich und Herz-ig
werde.

(Heike Bauer-Hoffmann)